Neues SNF-Projekt «Partizipative Online-Kommunikation in Schweizer Städten»

Immer mehr Schweizer Städte kommunizieren über das Internet mit ihren Bürgerinnen und Bürgern. Dabei spielen nicht mehr nur administrative E-Government-Anwendungen eine Rolle, sondern auch soziale Netzwerke und eigene interaktive Plattformen, die auf einen Dialog und Bürgerbeteiligung abzielen. Ein Beispiel ist die Zürcher Stadtdebatte 2011.

Das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt «Partizipative Online-Kommunikation in Schweizer Städten» fokussiert auf E-Democracy und die dialogorientierten Internet-Anwendungen, mit denen Städte Deliberation und Partizipation fördern wollen. Die Relevanz des Projektes besteht vor allem darin, dass es zwei Debatten verbindet, die aktuell in der Forschung zur politischen Kommunikation geführt werden: Einerseits: Was können Regierungen und Verwaltungen tun, um die Teilnahme und Teilhabe ihrer Bürger am politischen Prozess zu stärken? Und andererseits: Wie verändern die technischen Möglichkeiten der digitalen neuen Medien die politische Kommunikation? Gegenwärtig wird viel über politische Online-Kommunikation und E-Democracy diskutiert. Gleichzeitig fehlen empirische Daten, die diese Debatten unterfüttern. Die Schweiz ist ein besonders interessanter Untersuchungsgegenstand, weil hierzulande direktdemokratische Verfahren und die hohe gemeindliche Autonomie starke Anreize für Online-Kommunikation setzen. Obwohl die Schweiz eines der Länder mit der weltweit höchsten Verbreitung und Nutzung des Internets ist, blieb sie allerdings bisher in der Entwicklung politischer Online-Kommunikation zurück.

Das Untersuchungsdesign verbindet verschiedene Erhebungsmethoden: Zuerst werden die Webseiten aller Schweizer Städte (152) auf verschiedenen Ebenen analysiert, um zu erfassen, welche partizipativen Online-Angebote sie ihren Bürgern machen. Interviews ergänzen diese Daten und geben Aufschluss über die Entwicklung lokaler politischer Kommunikation im Internet.

Prof. Otfried Jarren, Dr. Ulrike Klinger und lic. phil. Stephan Rösli bearbeiten in den nächsten zwölf Monaten dieses spannende Projekt, das neben seiner wissenschaftlichen Relevanz auch für die Gemeindepraxis von Bedeutung ist. Daher hat auch der Schweizerische Städteverband seine Unterstützung zugesagt.

Kontakt am IPMZ:

lic. phil. Stephan Rösli
Projektassistent
E-Mail: st.roesli@ipmz.uzh.ch