Rückblick auf die Jahreskonferenz der SGKM zu Abbruch, Umbruch und Aufbruch in der Schweizer Medienlandschaft

Die Medienlandschaft in der Schweiz wie in anderen westlichen Ländern befindet sich in einem drastischen Wandel. Traditionelle Medienunternehmen und Medienprodukte, die sich über Jahrzehnte scheinbar bewährt haben, sehen sich mit neuen Anbietern, Plattformen, Produkten und Rezeptionsmodi konfrontiert. Rezipienten und Werbung wandern ins Internet ab – und zwar in Bereiche, die mit Journalismus wenig zu tun haben wie Suchmaschinen und soziale Netzwerke. Insbesondere bei Tageszeitungen hat dies in den letzten Jahren zu zahlreichen Sparrunden geführt.

Die Jahrestagung der schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM), die vom 11. bis 12. April 2014 an der Universität Zürich stattfand, stand im Zeichen dieser Veränderungen. Die Tagung fand auf dem Campus Irchel statt und war mit über 160 Teilnehmenden aus 9 Ländern sehr gut besucht.

Die Eröffnungsrede hielt Slavko Splichal, Professor an der Universität Ljubljana. Seine Ausführungen zur Konzeption von Öffentlichkeit und der Rolle des öffentlichen Rundfunks kommentierten Des Freedman (Goldsmiths, Uni London), Stefania Milan (Uni Tilburg) und Manuel Puppis (Uni Fribourg) kritisch. In insgesamt sieben Paper Sessions und vier Fachgruppen-Panels wurden dann wissenschaftliche Forschungsprojekte präsentiert, zum Beispiel zum Wandel im Buchmarkt (Ursula Schwarb und Bjørn von Rimscha, beide IPMZ), der Verantwortung von Medienunternehmen (Philipp Bachmann und Diana Ingenhoff, beide Uni Fribourg) oder der (De-)Professionalisierung im Journalismus (Edzard Schade, HTW Chur). Der Preis für die beste Präsentation ging an Robin Poëll, Christian Pieter Hoffmann, Christoph Lutz und Miriam Meckel (alle Uni St. Gallen) zum politischen Engagement junger Menschen auf Facebook.

Auch die Praktikerinnen und Praktiker kamen an der SGKM 2014 zu Wort: An einem gut besuchten Podium zum umstrittenen Thema „Medienförderung“ bezogen Christian Campiche (Journalist und Vizepräsident impressum), Verena Vonarburg (Direktorin des Verbandes Schweizer Medien), Lorenzo Vasella (Präsident Verein Öffentliche Zeitung Baselland) und Otfried Jarren (Präsident der Eidgenössischen Medienkommission) Position. Insbesondere Vonarburg und Vasella lieferten sich ein Wortgefecht zu „Pizza-Journalismus“ und „PR-Seuche“. In drei Workshops wurde in kleinerem Kreis über innovative journalistische Projekte, die „Digital Natives“ und eine moderne Journalistenausbildung diskutiert.

Am traditionellen Conference Dinner gab es in diesem Jahr etwas zu feiern: 40 Jahre SGKM. Nebst Jubiläumsworten der SGKM-Gründungsmitglieder Matthias Steinmann und Jürg Schwarz liess Edzard Schade die Geschichte der SGKM auf amüsante Art und Weise Revue passieren. Durch den Abend begleitete der Acapella-Chor „Heartkhor“.



Impressionen:

Eröffnungsrede von Slavko Splichal, Professor an der Universität Ljubljana zu Öffentlichkeit und öffentlichem Rundfunk.


Angeregte Diskussionen in der Kaffeepause.


Podium zur Medienkrise mit Christian Campiche (impressum), Verena Vonarburg (Verband Schweizer Medien), Lorenzo Vasella (Verein Öffentliche Zeitung Baselland) und Otfried Jarren (Eidgenössische Medienkommission)


Abschlussapéro mit Preisverleihung für den besten Vortrag. Das Gewinnerteam: Robin Poëll, Christian Pieter Hoffmann, Christoph Lutz und Miriam Meckel von der Universität St. Gallen.


Text: Sabina Kalamujic & Corinne Schweizer
Fotos: Raphael Ochsenbein