Handbuch „Mediatization of Communication“ veröffentlicht und neues Forschungsprojekt der Abteilung „Wissenschafts-, Krisen- und Risikokommunikation“

Handbuch „Mediatization of Communication“ mit Beiträgen von Mike S. Schäfer und Frank Esser

Band 21 der “Handbooks of Communication Science” mit dem Titel “Mediatization of Communication” ist soeben erschienen – unter anderem mit Beiträgen der IPMZ-Forscher Frank Esser zur Mediatisierung der Politik und Mike S. Schäfer zur Mediatisierung der Wissenschaft. Das Handbuch analysiert in 31 Beiträgen die Zusammenhänge zwischen medialen und gesellschaftlichen Veränderungen. Dabei spielen sowohl massenmediale als auch neue Formen digitaler Kommunikation eine Rolle. Das Themenspektrum reicht von der Mediatisierung von politischer, ökonomischer, wissenschaftlicher, religiöser und anderer Institutionen bis zur Rolle von Medien bei Nahtoderfahrungen. Der Sammelband trägt den aktuellen Forschungsstand zusammen und verhilft so zu vertieftem Verständnis sozialer, kultureller und politischer Transformationsprozesse.

Neues Projekt am IPMZ „Transnationale politische Öffentlichkeit? Eine empirische Untersuchung von Printmedienberichterstattung und Internetkommunikation am Beispiel der Klimapolitik"

In der Abteilung „Wissenschafts-, Krisen- und Risikokommunikation“ beginnt in Kürze das SNF-geförderte Forschungsprojekt „Transnationale politische Öffentlichkeit? Eine empirische Untersuchung von Printmedienberichterstattung und Internetkommunikation am Beispiel der Klimapolitik“. Im Projekt wird untersucht, ob, inwieweit und unter welchen Bedingungen sich nationale öffentliche Debatten transnationalisieren. Diese Frage ist angesichts wachsender internationaler Vernetzungen in vielen Lebensbereichen von immer grösserer Bedeutung, und sie ist besonders dort relevant, wo globale Problemlagen zu bewältigen sind – die Finanzkrise, internationaler Terrorismus oder der Klimawandel. Zugleich ist die Transnationalisierung öffentlicher Debatten bislang nur von wenigen Studien überhaupt und von diesen lediglich bezogen auf westliche Länder untersucht worden. Im Gegensatz dazu analysiert das Forschungsprojekt die öffentlichen Debatten in 16 Ländern von allen Kontinenten inkl. des „Globalen Südens“. Untersucht werden führende Printmedien sowie Internet-Debatten. Thematisch konzentriert sich das Projekt auf die öffentlichen Auseinandersetzungen über die politische Bearbeitung des Klimawandels. Denn Klimapolitik ist überwiegend auf internationaler Ebene angesiedelt und auf die Legitimation und Umsetzung in möglichst vielen Ländern weltweit angewiesen. Nachdem bekannt ist, dass sich die Debatten über die Klimapolitik in vielen Ländern in den letzten Jahren intensiviert haben, untersucht das Projekt nun, ob in diesen Debatten ein zunehmender Austausch zwischen den untersuchten Ländern stattfindet, ob dabei ähnliche Positionen geäussert werden und inwiefern die internationale Klimapolitik dabei (de)legitimiert wird. Zudem wird systematisch erklärt, unter welchen Bedingungen sich öffentliche Debatten transnationalisieren.