Neues Forschungsprojekt zur Tabakprävention

2015 wird eine neue, schweizweite Tabakpräventionskampagne unter der operativen Leitung des Bundesamtes für Gesundheit lanciert. Die Abteilung Medienpsychologie und Medienwirkung (Prof. Dr. Werner Wirth) erhielt den Auftrag, die Kampagne wissenschaftlich zu begleiten und deren Wirkung zu analysieren.
Das Projekt ist auf 4 Jahre angelegt und beinhaltet eine Kombination aus einer gross angelegten Panelstudie und Grundlagenforschung: Einerseits wird die Akzeptanz der Kampagne, die Motivation zum Rauchstopp sowie die kognitiven und konativen Rauchstopp-Prozesse in allen Sprachregionen der Schweiz im Längsschnitt erhoben, anderseits werden Experimente durchgeführt, um die Wirkweise spezieller Kampagnenelemente eingehender zu erforschen.
Theoretisch werden verschiedene Stage-Modelle zur schrittweisen Übernahme des gesundheitsfördernden Verhaltens (in diesem Falle des Rauchstopps) zugrunde gelegt. Weiter werden erstmals wirkungsrelevante Konstrukte wie Selbstwirksamkeit und Decisional Balance (subjektiv empfundene Kosten und Nutzen bezüglich des Rauchstopps) in einer Langzeit-Panelerhebung mit einbezogen. Es wird erwartet, dass die wahrgenommene Selbstwirksamkeit als kognitiver Prozess den Zusammenhang zwischen Kampagneninhalten und Aufhörbereitschaft vermittelt. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die wahrgenommenen Kosten und Nutzen bezüglich des Rauchstopps den Zusammenhang zwischen Kampagneninformationen und Aufhörbereitschaft moderieren.
Im Rahmen der Grundlagenforschung bilden Persuasionstheorien, wie z.B. das Elaboration Likelihood Model oder die Theory of Planned Behavior, den theoretischen Rahmen zur Erklärung von Akzeptanz bezüglich der Kampagnenbotschaft und der Übernahme des propagierten Verhaltens.
Das Projekt wird von Prof. Dr. Werner Wirth geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut (Gesundheitspsychologie) durchgeführt. Claudia Poggiolini (Abteilung Wirth) arbeitet als Doktorandin in diesem Projekt mit.