Indische Forscherinnen und Forscher zu Gast am IPMZ

Vom 16.-22. April 2011 waren fünf Forscherinnen und Forscher des IPMZ-Partnerinstituts «Centre for Culture, Media and Governance» (CCMG) von der Universität «Jamia Millia Islamia» in New Delhi zu Gast in Zürich.

Unterstützt durch das Programm «Faculty Exchange Grants with India in Social/Human Sciences» des Staatssekretariats für Bildung und Forschung sowie durch Pro Helvetia, diente der Besuch dazu, aktuelle Entwicklungen des indischen und europäischer Mediensysteme zu diskutieren. Die fragile Beziehung zwischen Medien und Politik ist direkt von einer zunehmenden Kommerzialisierung der Medienlandschaft und das Aufkommen sogenannt neuer Medien betroffen. Wir fragten deshalb danach, wie die Medien in dieser neuen Umwelt reguliert werden sollen und ob Politikberichterstattung und politische Kommunikation den Anforderungen einer funktionierenden Demokratie noch entsprechen. Ein intensives Wochenprogramm wurde organisiert:

  • Nach einem Kick-off-Meeting wurde am Montag aktuelle Forschung am CCMG im Rahmen des IPMZ-internen Forschungskolloquiums präsentiert. Abends fand dann ein offizielles Essen mit Vertretern aller IPMZ-Abteilungen statt.
  • Am Dienstag organisierten das IPMZ, der Universitäre Forschungsschwerpunkt Asien und Europa und das CCMG gemeinsam den Workshop «Media and Politics in Asia and Europe». Der Nachmittag bestand aus wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen zu den Themen «Movies and Entertainment», «Migration» sowie «News Production».
  • Im Anschluss daran wurde abends eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema «Democracy and New Media» durchgeführt, die auf grosses Interesse stiess. Das Thema war auch hoch aktuell: Die Revolutionen in der arabischen Welt dominieren alle Nachrichten. Die Geschichte, dass die Unterdrückung dank Twitter und Facebook ein Ende findet, hört sich gut an. Doch stimmt sie auch? Führen neue Medien und das Web 2.0 tatsächlich zu einer Demokratisierung? Aber auch in Demokratien verändert das grosse Gewicht von Massenmedien und Internet die Politik. Wie meistern Länder in Europa und Asien die aktuellen Umbrüche in der Medienlandschaft? Nach einer Begrüssung durch den Rektor der Universität Zürich, Prof. Dr. Andreas Fischer, diskutierten unter Leitung von Prof. Dr. Michael Latzer Prof. Dr. Katajun Amirpur («Twittered Revoluations? Tunisia, Egypt and Iran»), Prof. Dr. Frank Esser («Mediatization as a Challenge to Democracy») und Prof. Vibodh Parthasarathi (Digital Media, Analog Politics: Forcing a Fit?»). Der Abend endete mit einem von der Philosophischen Fakultät offerierten Apéro riche.
  • Der Mittwoch startete mit einem Gastvorlesung und einer Diskussion mit Studierenden über politische Kommunikation und Medien in Indien im Rahmen der Vorlesung «Einführung in die Politische Kommunikation aus Strukturperspektive». Am Nachmittag wurde ein «Round Table» mit Forscherinnen und Forschern des NCCR Democracy durchgeführt. Dabei bestand die Gelegenheit, wichtige NCCR-Projekte kennenzulernen und über deren Resultate zu diskutieren.
  • Die Woche endete am Donnerstag mit einem informellen Abschiedsessen.Während des Besuchs bestand auch ausreichend Gelegenheit für individuelle Gespräche zwischen Forscherinnen und Forschern aus Zürich und Delhi. Zudem wurden bereits erste Ideen für künftige Kooperationen zwischen IPMZ und CCMG diskutiert, so beispielsweise längere Forschungsaufenthalte von Zürcher Forschern oder ein nächster Workshop in Indien.

Weitere Informationen und Bilder:
http://www.mediapolicy.uzh.ch/transfer/ipmzccmg.html