Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw: Politische Kommunikation in Zeiten individualisierter Mediennutzung

Am Montag, den 4. April 2016, hielt Prof. Dr. KKvK ihre Antrittsvorlesung zum Thema «Politische Kommunikation in Zeiten individualisierter Mediennutzung» in der Aula der UZH. Auf Basis ihrer bisherigen Forschung und mit Blick auf zukünftige Forschungsperspektiven arbeitete sie heraus, welche Problemlagen sich aus den Verschiebungen im Nutzungsverhalten für die politische Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger ergeben.

So lässt die Individualisierung der direkten Nutzung von Nachrichtenmedien bisher nicht befürchten, dass es zu einer Fragmentierung oder Polarisierung der Öffentlichkeit kommt. Gleichzeitig stellt die zunehmende indirekte Nutzung von Nachrichtenmedien über soziale Netzwerke zwar eine Art «Sicherheitsnetz» für den wachsenden Anteil der Bevölkerung dar, die traditionelle Informationsmedien vollständig meiden (die «Disconnected»). Gleichzeitig verändern sich aber mit der Indirektheit der Informationsmediennutzung in sozialen Netzwerken die Rezeption und Wirkung politischer Kommunikation: Traditionelle Nachrichtenanbieter treten hier stärker als zuvor in Konkurrenz zu politischer Satire, rechts-populistischen «Gegenmedien» ebenso wie zu den Beiträgen politischer Akteure und des privaten Netzwerks. Dieser spezifische Rezeptionskontext hat wiederum Folgen für die Bewertung der politischen Inhalte und ihrer Glaubwürdigkeit.